Thema verfehlt bei der Rente
Rente mit 67? Bitte nicht! Bis sie hundert sind, sollen die Größen der SPD weitermachen mit dem lustigen Meinungsstadl zur Sozialpolitik! Ja (Steinmeier), Nein (Gabriel), Jein (Beck), so lautete die Klangfolge zur Rente in diesen Tagen. Geht es der Sozialdemokratie schon wieder zu gut?
Das Ärgerlichste am vielstimmigen Vortrag der Parteispitze: Er müsste so vielstimmig gar nicht sein. Man hört den Äußerungen vor allem von Gabriel und Steinmeier an, dass es mehr um Positionierungskämpfe an der Parteispitze geht als um die Sache. In Wahrheit singen sie alle das gleiche Lied in unterschiedlichen Variationen.
Da ist also zunächst Gabriel, der die Partei wieder attraktiver machen will für Leute, die zur Linkspartei abgewandert sind. Also warnt er, weil viele Ältere ohnehin keinen Job mehr finden, vor der Gefahr, dass von der Rente mit 67 nichts anderes übrig bleibt als eine Rentenkürzung.
Da ist auf der anderen Seite Steinmeier, der gegen alle Erfahrung immer noch glaubt, die Mitte und die Mehrheit durch offensiv vertretene Einschränkungen im Sozialsystem zu gewinnen. Also betont er, dass “wir alle” schon deshalb in Zukunft länger arbeiten werden, weil das Lebensalter zunimmt.
Dann kommt Kurt Beck, verteidigt im Prinzip die Erhöhung des Renteneintrittsalters, betont aber wie Gabriel, das Ganze hänge von Verbesserungen am Arbeitsmarkt für Ältere ab.
Damit ist in etwa klar, was die SPD bei ihrem Parteitag im Herbst beschließen wird. Apäter in Rente: Ja, aber nur, wenn es auch Arbeit gibt, sonst läuft es auf eine Kürzung hinaus.
Das klingt vertraut? Richtig. Es ist nämlich im Großen und Ganzen nichts anderes als die von Franz Müntefering vor Jahren geschaffene Gesetzeslage. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters hängt von einer Prüfung der Lage am Arbeitsmarkt ab, zu der die Bundesregierung verpflichtet ist und die in diesem Herbst stattfinden muss.
Mag sein, dass der SPD noch ein paar vernünftige Vorschläge einfallen, wie man den Renteneintritt je nach Berufen und Arbeitsmarktlage angemessen flexibilisieren kann. Aber als die Partei, die das Projekt in der großen Koalition verantwortet hat, sollte sie nicht herumdebattieren, als ginge es um eine klare Ja-Nein-Frage.
Alle Beteiligten wissen, dass das nicht so ist, sondern dass Renteneintritt und Arbeitsmarkt in direktem Zusammenhang betrachtet werden müssen. Sie sollten daran denken, dass 31 Prozent in Umfragen so üppig nun auch wieder nicht sind, dass man die Leute schon wieder mit einem Hin und Her jenseits der zentralen Fragen belästigen könnte. Und die zentrale Frage bei diesem Thema ist nun mal: Was können wir tun, um der höheren Lebenserwartung auf eine Weise gerecht zu werden, die den realen Wünschen und Möglichkeiten der älteren Menschen entspricht – derjenigen, die noch arbeiten wollen und können wie auch derjenigen, denen der Arbeitsmarkt längst keine Chancen mehr bietet?
Und wenn die SPD sich endlich mal wieder so richtig unterscheiden möchte von Union und FDP – dann sollte sie statt Scheindebatten den Mut haben, die Umstellung der Sozialsysteme auf das, schwer durchsetzbare, aber zeitgemäßere und gerechtere Prinzip der Bürgerversicherung offensiv zu betreiben und zu vertreten.


67 Kommentare, Kommentieren oder Ping
1. Gruber Ludwig
Was ist denn der Sinn der beabsichtigt war?
Zunächst sicher zu stellen dass diese Frühverrentung oder Rente mit 55 endlich der Vergangenheit angehört. Als man 2007 das Gesetz durchsetzte war die Zahl der Arbeitslosen doch erheblich höher aber man wusste den demografischen Faktor zu beachten.
Gabriel u Steinmeier sprechen von 2 völlig anderen Dingen.
Gabriel von Geld, Steinmeier vom Verhältnis Lebensarbeitszeit und langem dritten Lebensabschnitt.
09.08.10 - 12:02
2. Schelenz Lothar
Wann wird endlich über die wirklich geleistete Lebensarbeitszeit geredet und nicht über das Renteneintrittsalter? Es ist so, dass viele Menschen meiner Generation mit 55 Jahren schon 40 Arbeitsjahre hinter sich gebracht haben, auf dem Bau zB.! Wie soll das gehen bis 67 Jahre? Die SPD wäre sehr gut beraten,wenn sie mal darüber nachdenkt und den Renteneintritt von den geleisteten Arbeitsjahre abhängig macht!
09.08.10 - 12:17
3. Holger
Bereits auf dem Parteitag in Gelsenkirchen hat ein Deligierter angemerkt, daß H4 und die Rente mit 67 hätte beschlossen werden können – allerdings unter der Bedingung, daß die notwendigen Jobs auch da sind …
( Wer sich nicht mehr ganz erinnern kann. Das war die Session, in der ein Deligierter aus Gelsenkirchen für Steinkohle aus dem Pott plädiert hatte. )
09.08.10 - 12:29
4. Willy Pertek
Weil die Menschen älter werden, sollen sie künftig länger arbeiten dürfen,
um den dritten Lebensabschnitt kürzer zu genießen. Einigen Politikern
in der gleichen Partei kann man tatsächlich das logische Denken aufgrund der Scheindebatten absprechen. Viele arbeitswillige alte
Menschen in Deutschland finden aber keine passende Arbeitsstelle.
09.08.10 - 15:45
5. hajo
Genau das ist das Thema: Menschen über – na schreiben wir mal – 50 gelten als schwer vermittelbar, auch die so genannte Agentur für Arbeit hilft da nicht weiter
.. und die sollen jetzt von Hartz IV leben, statt ihre in langen Arbeitsjahren erworbene Rente zu erhalten?
Das S ist ja schon lange verschwunden (Münte sei Dank!), aber jetzt ist es doch Zeit, diesen Laden endgültig zu schliessen.
09.08.10 - 17:04
6. GMan
Ich vermute mal, wenn die verbliebenen Gefolgsleute Gas-Gerds demnächst wieder an die Macht kommen sollten, zerlegt es die SPD vollends.
Zu Recht !
Aber es gibt ja mittlerweile Alternativen.
09.08.10 - 18:52
7. gn
Der Beitrag spricht mir vollkommen aus der Seele, greift aber meines Erachtens noch zu kurz. Es ist nicht viel gewonnen, eine Bürgerversicherung zu etablieren, sondern das Grundproblem ist das extrem ungesunde Verhältnis von Kapitalmarkt zu Realwirtschaft. Solange die Banken/Fonds in Politik und Wirtschaft das Sagen haben, wird es weiter Massenentlassungen geben und Steuersenkungen, die auch eine Bürgerversicherung torpedieren. Aber die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und steuerlichen Selbstverständlichkeiten einer konservativen CDU zu Wirtschaftwunderzeiten werden jetzt bestenfalls noch von einer als extremistisch bezeichneten Linken vertreten. Das kann nicht funktionieren.
09.08.10 - 21:21
8. BvG
Wer will schon Rente?.
Jeder Mensch sollte das Recht haben, sich nach seinem Willen und seinen Kräften ohne Altersbegrenzung zu betätigen.
Das bedeutet: Arbeitsplatzgarantie bis zum Lebensende, mit adäquaten Anforderungen und vernünftiger Bezahlung. Ein Anspruch und eine Herausforderung an die “Arbeitgeber”!
09.08.10 - 23:54
9. Werner Thiele-Schlesier
Solange es Menschen gibt, die um Lohnarbeit nachsuchen, wird jede Diskussion um eine Erhöhung des Eintritts in die Rente eine Farce. Nicht die Rente ist das Problem sondern das Gesellschaftssystem. Es ist doch schizophren, wenn alte Menschen 2 jahre länger arbeiten müssen, während junge Leute um Ausbildungsplatz bzw Lohnarbeit nachsuchen müssen. Je länger die aber nachsuchen um so geringer wird ihre Rente ausfallen. Es wird also kein Rentenproblem geben sondern ein Nachfrageproblem der Grundsicherungsbezieher. Deren Einkommen ist an die Gnade der Abgeordneten im Bundestag gebunden. Heute wird schon daruf hingewiesen, dass dereinst die Arbeitenden die Renten nicht mehr bezahlen wollen werden. Den Kaffesatz, aus dem ddie solche Voraussetzungen für die Zukunft lesen, möchte ich schon mal sehen. Ich sehe solche Vorhersagen als das an, was sie sind: Es ist der Kakao, durch den wir gezogen werden sollen und den wir dann auch noch freudig trinken wollen sollen.
10.08.10 - 14:12
10. Abraham
Lieber Stephan Hebel,
wie Sie bin ich der Meinung, dass die SPD mit der aufgebrochenen Debatte um die Rente mit 67 auf dem Holzweg ist. Statt einer Symboldebatte um das Renteneintrittsalter, bei der Gabriel auf die Linke-Wähler und Steinmeier auf die Mitte schielt, müsste sich die SPD die Mühe machen, über ein sozial ausgewogenes und zukunftssicheres Konzept eines Rentensystems nachzudenken. Sie sollte dabei den Vorteil einer Oppositionspartei nutzen, nicht sofort eine umsetzbare Lösung vorschlagen zu müssen.
Die erste politische Aufgabe wäre zu definieren, was für die Sozialdemokratie „sozial ausgewogen“ bedeutet. Dabei müsste die Absicherung eines Lebensstandards im Alter im Vordergrund stehen, auf das jeder nach einem langen Arbeitsleben Anspruch hat. Dabei ist es das Gebot der Solidarität, soziale Benachteiligungen aus Arbeitslosigkeit oder geringfügiger Entlohnung durch die Leistung der Gemeinschaft (auch aus dem Steueraufkommen) auszugleichen. Schließlich kann auch die Generationsgerechtigkeit nicht außer Acht bleiben, was die Belastung der Jüngeren durch Beiträge (und Steuern) betrifft.
Erst mit Hilfe dieser Kriterien können die möglichen Modelle des Rentensystems und deren Finanzierung (bzw. deren Finanzierbarkeit) bewertet werden. Dabei ist es wenig sinnvoll, Vorfestlegungen auf oder gegen einzelne Elemente (Renteneintrittsalter, Kapital- oder Beitragsdeckung usw.) zu treffen. So wäre, um ein Beispiel zu nennen, die Rente mit 67 nicht unsozial, wenn dabei die Zeiten der Arbeitslosigkeit zu keiner wesentlichen Rentenminderung führen würden.
Auch die Vorfestlegung auf eine „Bürgerversicherung“ verkürzt meiner Meinung nach die Rentendebatte unzulässig. Denkbar sind unterschiedliche Finanzierungsmodelle und deren Mischung. Denkbar wäre z.B. eine gesetzlich festgelegte Steuerfinanzierung des „Sozialausgleichs“ (an der also alle Steuerzahler mit allen ihren Einkunftsarten einschließlich der Unternehmen beteiligt wären). Auch die „reguläre“ Finanzierung der Renten durch die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber könnte unterschiedlich organisiert werden, auch unter Einbeziehung von Elementen der Kapitalbildung (nicht nur als staatlich geförderte Riesterrente, die den Risiken des Kapitalmarkts unterliegt, sondern auch in der Form von Rücklagen in gesellschaftlich kontrollierte Fonds, die ihre Erträge aus der Finanzierung staatlicher Investitionen erwirtschaften könnten).
Beide Elemente – die klare Festlegung sozialdemokratischer Bewertungskriterien und die offene Diskussion der möglichen Umsetzungsmodelle ohne ideologische Scheuklappen – könnte die SPD attraktiv machen sowohl für ihre traditionelle Wählerschaft als auch für Wähler aus der „sozialen“ Mitte. Und zwar durch ein eigenes Profil und nicht durch krampfhafte Abgrenzungs- und Umarmungsstrategien.
Der Nachteil: Differenzierte Diskussionen versprechen keine mediale Aufmerksamkeit.
10.08.10 - 14:48
11. hajo
na ja, BVG, “wer will schon Rente?” Ich denke mal, dass diese flappsige Frage daneben greift.
Ich bin Jahrgang 1950 und freiberuflich tätig. Daher stellt sich diese Frage nur am Rande. Was mich jedoch umtreibt, hier zu kommentieren, ist die Tatsache, dass mir zu Beginn meiner Rentenzahlung eine Zusage gemacht wurde, die jetzt “so einfach, weil’s halt gerade so passt” zurückgenommen wird. Was ist das für eine Vorstellung von Vertragserfüllung?
Ja, wenn man in einem Alter ist, in dem man noch einige Jahrzehnte alternative Versorgungswege finden kann, ist so leicht zu reden.
Übrigens bin ich der Meinung, dass man schon über den Eintritt in den “dritten” Lebensabschnitt machen muss, aber doch nicht “par orddere de mufti”.
10.08.10 - 15:52
12. BvG
@hajo
Ich will überhaupt keinen Vertrag und mir abgepresstes Geld, dessen Rückzahlung darauf beruht, dass ein Großteil meiner Altergenossen nicht mehr in dessen Genuß kommt oder nachfolgende Generationen die Last tragen müssen.
Genaugenommen ist die (R)Ente nämlich eine Spekulation mit Geldern, deren Rückforderung wegen Altersschwäche vermutlich ausfällt. Nur funktioniert das heute nicht mehr und deshalb fängt man nun an, den Vertrag in Frage zu stellen.
Ich will lieber eine Gesellschaft, in der jeder nach Kräften teilnehmen kann, in der nachlassende Kräfte ausgeglichen und einem Ruhebedürfnis gefolgt wird. Man beachte die Reihenfolge und den individuellen Ansatz.
Dazu gehört ein Verständnis gesunder Arbeitsbedingungen, die an Alter, Leistungsfähigkeit und Bedürfnisse angepasst sind.
Bildhaft:
Die häufigste Todesursache ist, nicht mehr gewollt, die zweithäufigste, nicht mehr gebraucht zu sein.
So sehe ich es.
10.08.10 - 21:22
13. hajo
@BVG
bist Du wirklich der Meinung, dass das Alles,was Du da schreibst, nicht etwas zu weit von der Realität = dem Machbaren (und letztendlich Bezahlbaren) abweicht?
Was nutzen alle Vorhaben, bessere (altersgemäss angepasste) Arbeitsbedingungen zu schaffen, wenn diese – auch wegen der Geiz-ist geil-Mentalität derer, die das Ganze letztendlich bezahlen müssen (!) – nicht willens und/oder in der Lage sind, die Kosten zu tragen.
Es ist nicht alles so einfach, wie Du es uns hier darstellst.
Übrigens noch Eines: wer sagt denn, dass Ältere weniger leistungsfähig sind als Junge? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade Ältere schon mal die A…backen zusammenkneifen, wenn’s mal zwickt
.. während sich Jüngere – auch wenn’s z.B. beim Nachwuchs mal “klemmt” – mit fadenscheinigen Gründen einen gelben Urlaubszettel beschaffen.
So sehe ich das!
Und noch Eines: Du schreibst immer nur von Situationen, die für die Jüngeren aktuell sind. Was ist mit den Lüen, die “uns Alten” aufgetischt wurden/werden? Vielleicht denkst Du mal genzheitlich!
11.08.10 - 15:58
14. BvG
@hajo
Ich habe nicht behauptet, daß das einfach sei.
Ich sage aber, daß es die bessere Lösung ist.
Auch habe ich nicht gesagt, daß Ältere weniger leistungfähig seien, sondern habe einen individuellen Ansatz vorgestellt, bei dem jeder selbst wählt, wieviel er leisten kann.
Dazu gehört auch, daß niemand gezwungen ist, sich im Job in jungen Jahren kaputtzumachen, was automatisch zu einer längeren Leistungsfähigkeit führt. An der Anzahl der “Kostenträger” würde sich insofern gar nichts ändern.
11.08.10 - 20:44
15. BvG
@hajo
Genaugenommen sollte es für jeden Menschen möglich sein, in einem Arbeitsleben soviel Kapital oder Sachwerte zu erarbeiten, daß dessen Nachkommen oder Erben in der Lage sind, aus diesem Grundstock einen Ertrag zu erwirtschaften, der die ganze Familie finanziert, also Kindheit, Ausbildung, Erwerbsleben und Austrag. (Kinder,Eltern,Großeltern)
Kurz gesagt: Es sollte mehr erwirtschaftet werden können, als investiert wird.
Wenn schon Kapitalismus, dann wenigstens für alle!
12.08.10 - 00:44
16. Werner Thiele-Schlesier
Es ist ja alles schön und gut, was Sie da sagen, nur: die Frage, warum so klägliche Löhne gezahlt werden, dass mensch davon nur mit Hilfe von staatlichen Subventionen überleben kann, beweist, dass gar nicht daran gedacht worden ist, den Menschen das zum Leben Notwendige zur Verfügung zu stellen. Woher soll denn dann die Rücklage kommen, die Sie hier anführen? Es nützt ja nichts, dass mensch riestern kann, wenn nicht die dazu nötigen Mittel vorhanden sind. Es ist und bleibt ein Problem dieser Gesellschaftsordnung, die es nicht fertig bringt das Vermögen zu steuern.
12.08.10 - 15:45
17. BvG
@werner
Ich weiß nicht, was man da noch viel erklären soll.
Klägliche Löhne können deshalb gezahlt werden, weil die meisten Menschen nicht genügend Besitz im Hintergrund haben , um länger ohne Arbeit auszukommen, als die Produzenten ohne Arbeiter auskommen können oder um selber zu produzieren.
Sie sind nicht autonom, sondern abhängig.
Sie haben also ein Verhandlungsdefizit.
Dieses Defizit wird durch Solidargemeinschaften ausgeglichen, die nur solange wirksam sein können, bis der Bedarf der Bedürftigen den Überschuss der Unterstützer übersteigt. Der Überschuss der Unterstützer stammt hinwiederum aus den Lohnzahlungen der Arbeitgeber, die verweigert werden können. An dem Punkt fällt das Solidarsystem zusammen und die Verhandlungsposition wird schwach.
Angemessene Löhne würden also das System “Kapitalismus” zerbrechen, weil sie es verallgemeinern.
13.08.10 - 23:00
18. D.Linke
@ 17. BvG
Angemessene Löhne würden also das System “Kapitalismus” zerbrechen, weil sie es verallgemeinern.
Gell BvG,
Du versuchst es immer noch, den Leuten den Kapitalismus schmackhaft zu machen? Den Marx hast Du aber dabei aber immer noch nicht verstanden!
Lies einmal die folgen vier Sätze aus den Grundrissen:
„Persönliche Abhängigkeitsverhältnisse (zuerst ganz naturwüchsig) sind die ersten Gesellschaftsformen, in denen sich die menschliche Produktivität nur in geringem Umfang und auf isolierten Punkten entwickelt. Persönliche Unabhängigkeit auf sachlicher Abhängigkeit gegründet ist die zweite große Form, worin sich erst ein System des allgemeinen gesellschaftlichen Stoffwechsels, der universalen Beziehungen, allseitiger Bedürfnisse, und universeller Vermögen bildet.
Freie Individualität, gegründet auf die universelle Entwicklung der Individuen und die Unterordnung ihrer gemeinschaftlichen gesellschaft-lichen Produktivität, als ihres gesellschaftlichen Vermögens, ist die dritte Stufe. Die zweite schafft die Bedingungen der dritten.“ (aus: K. Marx, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, S.75.)
Der zweite, fett hervorgehobenen Satz, beschreibt den Kapitalismus, als die allgemeinen, eben herrschende Form des Herrschaftsverhältnisses. Ihn zur dritten Stufe hin überwinden, heiß “den Kapitalismus zerbrechen”. Was Du vorschlägst ist theoretisch und praktisch – sorry – falsch. Mutter Merkel würde das, was Du da sagst gefallen, wenn sie es läse, wenn die auch den Marx vielleicht sogar verstanden hat. Sie erkennt an Deinen Worten aber, dass der historische umbruch von der zweiten zur Dritten Stufe so in weiter ferne bleibt. Deshalb CDU wählen.
13.08.10 - 23:25
19. BvG
@d.linke
Sag’s mal auf verständlich!
14.08.10 - 01:11
20. Werner Thiele-Schlesier
Das ist doch ganz einfach. Es muss ein Gesetz her, der den Unternehmen vorschreibt, für jeden Beschäftigten ein Erdmöbel vorzuhalten, damit dieses im Ernstfall – also so lange muss er arbeiten – dieses zur Verwendung kostenlos zur Verfügung steht. Also mit den Füßen zuerst aus dem Betrieb getragen werden. Wozu überhaupt noch Rente?
14.08.10 - 13:01
21. BvG
Ich glaube, daß ein meinen paar Sätzen mehr Kapitalismuskritik drinsteckt als ihr glauben wollt.
14.08.10 - 19:45
22. D.Linke
@ 19.BvG
Ganz einfach: Der Kapitalismus, genauer das zu Kapital gewordenen Geld und sein Bewegungsgesetz ist das große Allgemeine, das Reproduktion und Herrschaft der Gesellschaft seit der Bürgerlichen revolution (England und Frankreich) bestimmt. Deinen Forderung danach rennt erstmal nur offene Türen bei den Kapitalisten ein.
Wenn ich jetzt weiter erklärte, oder auch nur ein Originalzitat von Marx (s-o.) bringe, scheinst Du nicht mehr folgen zu können.
Trotzdem, meine ersten beiden Satz in diesem Kommentar sind etwa so “einfach” wie Dein Satz
“Angemessene Löhne würden also das System “Kapitalismus” zerbrechen, weil sie es verallgemeinern.”
nur dass Dein Satz falsch und unkritisch ist und meiner richtig. Die “Verallgemeinerung” des Kapitalismus, wie Du sie als Lösung vorschlägst ist längst erfolgt – wird im heute scheinbar positiven Begriff der “Globalisierung” gewaltig verschleiert – und ist selbst das Problem, zu dessen Lösung es selbstverständlich daher nicht herhalten kann.
“Zerschlagung” des Kapitalismus geht anders, zu guten Teilen besorgt er dieses Geschäft selbst, allerdings zu einem Preis, den ich nicht bereit bin zu zahlen.
Ansonsten, lieber BvG, wenn Du wirklich weiterkommen willst mit Deinen, sicherlich berechtigten Problem mit dem Kapitalismus, den Du seltsamerweise immer “kritisch” retten zu wollen scheinst, dann rate ich Dir doch mal ernsthafte Lektüre von Marx und umliegenden Ortschaften. – Drei Bände, kürzer geht`s nicht :-)
15.08.10 - 13:36
23. Werner Thiele-Schlesier
Na ja, es würde schon reichen, wenn er im ersten Band sich mit der Entstehung des Mehrwerts beschäftigen würde. Ich bin ja nur Arbeiter, aber das habe ich verstanden. Ich wurde, als ich noch arbeitet, von dem Mehrwert, den ich erarbeitete mittels Tarifvertrag und Gesetz, den ich schuf getrennt. Dadurch wurden andere wohlhabender als ich, ohne selber dafür arbeiten zu müssen. Sozialschmarotzer eben, weil die sich aus den Sozialversicherungen wg der herrschenden Gesetzeslage davonstehlen konnten und auch heute noch können. Alle Einkommen müssen zur Finanzierung der Sozialversicherungen herangezogen werden. Dann besteht auch keine Finanzierungslücke mehr.
15.08.10 - 15:13
24. BvG
Werner hat schon recht genau verstanden, worum es geht, D.Linke braucht noch etwas Zeit.
15.08.10 - 20:25
25. D.Linke
@24. BvG
Na, da würde ich doch mal gerne von Dir hören – in ein ganz klein bißchen mehr als andertalb Zeilen, wenn`s geht -, inwiefern sich Werners Argumentation von der meinen unterscheidet. Werner hat Dir die allgemeine Herrschaft des Kapitals, die Du erst noch zu unser aller Wohl durchsetzen willst, von der ich zugegeben etwas theoretischer, aber genauso sprach an seinem eigenen praktischen Beispiel erklärt.
An Werners wunderbarem Beispiel wird herrlich klar, dass die “Verallegemeinerung des Kapitalismus” eben nicht zu dem führt, was Du, BvG, dir doch so sehr wünschst, sondern zum Gegenteil.
Werner hat natürlich recht: Fang erstmal mit dem ersten Band an! Ist auch so noch gehörige Arbeit.
15.08.10 - 22:26
26. BvG
@D.Linke
Falsch zitieren und dann mit dem selbstverschuldet falschen Zitat falsche Argumentationen aufbauen ist der Eingang in die selbstverschuldete Unmündigkeit, vielleicht auch nur der Durchgang durch eine selbstgebaute Geisterbahn, die man irgendwie nicht mehr wiedererkennt.
Soviel zu :Lesen Sie erstmal !
Ich habe gesagt: “Angemessene Löhne würden also das System “Kapitalismus” zerbrechen, weil sie es verallgemeinern.”
Ich habe nicht gesagt: “Verallgemeinerung des Kapitalismus.”
Sie sollten aufpassen, daß sie nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. (Sie sind nämlich das Kind.)
Ich habe gesagt, daß der Kapitalismus nicht mehr funktionieren wird, wenn dessen Prinzipien für alle gleichermaßen anwendbar würden.
Ein paar Ansätze finden Sie dazu bei Marx, aber fangen Sie erstmal mit dem ersten Band an! Ist auch so noch gehörige Arbeit.
15.08.10 - 23:06
27. D.Linke
@26. BvG
“Angemessene Löhne würden also das System “Kapitalismus” zerbrechen, weil sie es verallgemeinern.”
Sorry, aber das o. hervorgehobeben Pronomen es in Deinem Satz bezieht sich auf den Ausdruck “das System “Kapitalismus””. Du behauptest, dass “angemessene Löhne”, auf die Du dich mit dem Pronomem “sie” dann ausdrücklich rückbeziehst, das “System Kapitalismus” durch “Verallgemeinerung” “zerbrechen” würde.
Da habe ich mich keineswegs verlesen.
Diese These ist falsch. – Das Problem ist, dass “angemessene Löhne”, selbst wen sie “allgemein” durchgesetzt wären nicht eine “Verallgemeinerung” des Kapitalistischen Systems darstellten. Die einzig systemische “Verallgemeinerung” die den Kapitalismus länst schon beherrscht wird im marx`schen Wertgesetz G-W-G’ ausgedrückt. So “angemessen” kann, solange es herrscht, kein Lohn je werden, dass die Ungerechtigkeit der Mehrwertaneignung (Expropriation) geheilt werden könnte. Solange Geld zu Kapital werden kann und damit die bürgerliche Herrschaft begründet, gibt es keine Freiheit des Menschen von der Herrschaft des Menschen.
P-S.: Insofern verkürzt Werner das Problem in o. #23 ein wenig, wenn er, hier tatsächlich ähnlich wie Du denkend, annimmt der Kapitalismus kranke nur an einem “Verteilungsproblem”, das gelöst werden könne durch angemessenen Löhne und Abgaben. Das Problem ist vielmehr, dass Geld zur allgemeinen Ware werden kann und damit das Kapital als solches gebiert. Nicht nur die letzte Bankenkrise hat dies wieder eindrucksvoll belegt.
15.08.10 - 23:34
28. BvG
Super.
ein überzeugter Marxkenner erklärt mit Zitaten aus dessen Hauptwerk, warum der Kapitalismus nicht an sich selbst zerbrechen kann.
:-)
16.08.10 - 11:23
29. D.LINKE
@ 28 BvG
Klar, kenne ich meinen Marx: Dass der Kapitalismus, an seine inneren Grenzen stoßen wird und sich aus kapitallogischen Gründen nicht mehr selbst refinanzieren wird können habe ich an keiner Stelle geleugnet. Wie nahe wir diesem Punkt immer schon wieder kommen, habe ich am Beispiel der Bankenkrisen kurz beleuchtet. Der tendenzielle Fall der Profitrate ist hier einer der “inneren Gründe”.
Was Du mein lieber Nicht-Marx-Kenner nur zu übersehen scheinst, ist die Tatsache, dass das Kapital über ein eigentümliches Besitzverhältnis zu und an den Produktionsmitteln hat und mit dem Innehaben der gesellschaftlichen Herrschaft im Moment der Krise sie bisher immer dadurch gerettet hat, dass es dies entweder – nur für Deutschland und den Zeitraum seit 1945 betrachtet – auf Kosten der abhängig beschäftigten und Rentner tun konnte (Verelendung durch Steuer und Abgabenerhöhung bei sinkenden Löhnen), bzw sie im Extremfall, wie 1933-1945 durch Entfacheung eines Krieges wieder tun könnte, um die Märkte leerzufegen und “von vorne” anfangen zu können. All dies widerspricht keinerlei Kapitallogik, ist aber genau der Preis, den ich, wie ich schon einmal sagte nicht bereit bin zu zahlen, für den Deine Idee der angemessenen Löhne” aber dem Kapitalismus immer noch den Kredit einräumt, unverändert weitermachen zu können.
Der Kapitallogik würde widersprechen, die Herrschaft des Kapitals, damit seine Existenz abzuschaffen, zugunsten eines Reproduktionssystems, das ohne es auskäme. Der nächste Schritt dahin wäre die Entwicklung des Sozialismus, der seinem eigenen Selbsverständnis nach – das muß ja immer noch extra betont werden – immer demokratisch ist, sein muß.
Dieser Übergang von Kapitalismus zum Sozialismus ist ein historischer Umbruch und kann in keiner Weise die innerkapitalistische Logik, was immer nur heißt innerhalb der bestehenden Verhältnisse feuerwehrmäßig umzuverteilen und gleichzeitig zu unterdrücken, aufrechterhalten lassen. Wie gesagt: Angemessenen Löhne kann der Kapitalismus nur bei Schönwetter kurzfristig sich leisten.
16.08.10 - 12:32
30. BvG
So werden wir eventuell darin einig, daß eine Umverteilung im Sinne meines Kommentars #15 zu einem Übergang vom Kapitalismus zu einem anderen System führen könnte, ohne die angeblich notwendige Gewalt in Verteidigung oder Beseitigung des Kapitalismus.
Ob dieses System der Sozialismus sein kann, wäre eine andere Diskussion.
16.08.10 - 12:57
31. D.LINKE
30. BvG
So werden wir eventuell darin einig, daß …
… wär zwar schön, können wir aber so leider nicht.
Dein Vorschlag führt eben leider zu keinem anderen System, wie ich versuchte zu erklären.
Dass der Systemwechsel mit Gewalt verbunden sein muß ist zwar nicht unwahrscheinlich, weil dei Mächtigen sich bisher nicht dazu bereit erklärt haben, einem neuen, sozialitischen Gesellschaftsvertrag zuzustimmen, aber ausgemacht ist es deshalb nicht, dass es nicht auch ohne Gewalt ausgehen könnte.
Dass der Sozialismus einer “anderen” Diskussion bedarf ist klar, da stimme ich zu.Es wäre keine Diskussion um die nicht vorhandenen Selbstheilungskräfte des Kapitalismus und sie muß geführt werden.
16.08.10 - 13:06
32. Werner Thiele-Schlesier
Kapitalismus kann doch gar nicht funktionieren. Nicht die Fehler im Kapitalismus sind das Probem sondern der Kapitalismus ist das Problem. Wird der nicht überwunden, gibt es Barbarei. Für letzteres hat es doch schon einen Versuch gegeben. Im Moment wird wohl der zweite Versuch gestartet.
16.08.10 - 15:32
33. Werner Thiele-Schlesier
Zum Kompromiss der ?PD habe ich eben nen Tucholsky-Text gefunden:
Das Lied vom Kompromiß, (1919)
Text: Kurt Tucholsky; Musik: Hanns Eisler
Manche tanzen manchmal wohl ein Tänzchen
immer um den heißen Brei herum,
kleine Schweine mit dem Ringelschwänzchen,
Bullen mit erschrecklichem Gebrumm.
Freundlich schaun die Schwarzen und die Roten,
die sich früher feindlich oft bedrohten.
Jeder wartet, wer zuerst es wagt,
bis der eine zu dem andern sagt:
„Schließen wir nen kleine Kompromiß!
Davon hat man keine Kümmernis.
Einerseits – und andrerseits –
so ein Ding hat manchen Reiz …
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß:
Schließen wir nen kleinen Kompromiß!“
Seit November klingt nun dies Gavottchen.
Früher tanzte man die Carmagnole.
Doch Germania, das Erzkokottchen,
wünscht, das diesen Tanz der Teufel hol.
Rechts wird ganz wie früher lang gefackelt,
links kommt Papa Ebert angewackelt.
Wasch den Pelz, doch mach mich bloß nicht naß!
Und man sagt: „Du, Ebert, weißt du was:
„Schließen wir nen kleine Kompromiß!
Davon hat man keine Kümmernis.
Einerseits – und andrerseits –
so ein Ding hat manchen Reiz …
Sein Erfolg in Deutschland ist gewiß:
Schließen wir nen kleinen Kompromiß!“
Seit November tanzt man Menuettchen,
wo man schlagen, brennen, stürzen sollt.
Heiter liegt der Bürger in dem Bettchen,
die Regierung säuselt gar so hold.
Sind die alten Herren auch rot bebändert,
deshalb hat sich nichts bei uns geändert.
Kommts, daß Ebert hin nach Holland geht,
spricht er dort zu einer Majestät:
„Schließen wir nen kleine Kompromiß!
Davon hat man keine Kümmernis.
Einerseits – und andrerseits –
so ein Ding hat manchen Reiz …”
Und durch Deutschland geht ein tiefer Riß.
Dafür gibt es keinen Kompromiß!
16.08.10 - 18:02
34. BvG
Da meine Bemühungen nun mit Zitaten und Spottliedern gekontert wurden und der Beweis geführt wurde, daß der Kapitalismus sich weder als Extrem, noch als Kompromiß ablösen lässt, wäre ich gespannt auf die alternativen Vorschläge, wie man ihn loswerden will .
Es geht schliesslich um meine Rente.
16.08.10 - 21:45
35. D.LINKE
@ 34. BvG schrieb am 16.08.10 – 21:45:
Es geht schliesslich um meine Rente.
!!!
8. BvG schrieb am 09.08.10 – 23:54
Wer will schon Rente?
???
@ 34. BvG schrieb am 16.08.10 – 21:45:
Da meine Bemühungen nun mit Zitaten und Spottliedern gekontert wurden
- Fühlst Du Dich von Tucholsky getroffen, BvG?
- Es waren nicht nur Zitate, sie wurden erläutert. Hast Du diese verstanden? – Es scheint so, denn Du sagtst:
Da … der Beweis geführt wurde</b), daß der Kapitalismus sich weder als Extrem, noch als Kompromiß ablösen lässt
#
@ 34. BvG schrieb am 16.08.10 – 21:45:
wäre ich gespannt auf die alternativen Vorschläge, wie man ihn loswerden will .
Solange Du Dich nicht damit anfreunden kannst, dass wir einen historischen Umbruch (unter ernsthaften Historikern nennt man das Revolution) diskutieren müssten, würde das mit Dir schwer werden, fürchte ich.
17.08.10 - 10:14
36. BvG
@D.Linke
1.Bisschen mehr Mühe bitte mit dem Aufspüren der Widersprüche!
Ich habe heute einen Anspruch auf Rente, habe einen Alternativ-vorschlag formuliert, der anstatt einer Rente den Lebensunterhalt sichern soll und Übergangsregelungen eingebaut.
Es geht also auf jeden Fall um meine Rente, auch dann, wenn ich keine will.
2. Nein, ich fühle mich nicht getroffen. Jedenfall nicht von Tucholsky, sondern von dem Versuch, meine Überlegungen in die Nähe fauler Kompromisse zu rücken. Da kann ich nur antworten: Auch Tyrannen sind kompromisslos.
3. Warum Sie Ihre Ernsthaftigkeit als Historiker in Zweifel ziehen, wenn Sie Umbruch sagen, und nicht Revolution, weiß ich nicht.
4. Umbrüche sind eine höchst ungeschickte Methode, Fortschritte zu machen. Klingt ausserdem nach Brandrodung und ähnlichen “Tabula rasa” Metaphern. (Weiter oben hatte ich ja auch davor gewarnt, das Kind mit dem Bade…)
Es geht schliesslich nur um die Rente :-)
17.08.10 - 11:45
37. D.Linke
@ 36. BvG
- es ging mir nur um die Ernsthaftigkeit des Begriffs “Revolution”. Meine Ernsthaftigkeit steht meistens außer Frage ;-); ich bin übrigens kein Historiker.
- Wie der Umbruch zu denken ist, das beschrieb schon der bürgerliche, aber große Hegel im “Qualitativen Sprung”, in der Triade des “Aufhebens”. Marx hat ihn “nur” auf die Füße gestellt.
- Wenn Dich eine Diskusssion interesssiert, wie es vielleicht ohne Kapital ginge, dann lies Dich einmal dort fest:
http://www.freitag.de/community/blogs/michael-jaeger/0-die-andere-gesellschaft-gliederung-in-kapitel-und-tagebuch
Es geht schließlich nicht nur um die Rente, auf die ich noch ein bißchen werde hinarbeiten müßen, um ein bißchen zu bekommen.
17.08.10 - 16:28
38. BvG
@DL
Wissen Sie, ich kenne viele kluge Leute und habe viele kluge Bücher gelesen, aber auf eine Zitateschlacht und Verweise habe ich wenig Lust.
Ich denke, dieser Blog ist zum Reden, Diskutieren und sich Erklären zu einem Thema da, und nur so macht er Spaß.
Sagen Sie, was Sie denken, ich sage, was ich denke, und wenn ein Michael Jaeger dazu was sagen will, kann er das ja hier tun.
17.08.10 - 20:58
39. D.Linke
@ 38. BvG
Gute Nacht!
17.08.10 - 20:59
40. BvG
@DL
Um es provokant auf den Punkt zu bringen:
Ohne Wohlstand sterben Menschen und man ist gezwungen zu entscheiden, welche Menschen wegen mangelnden Wohlstands sterben müssen.
Um dieser Entscheidung zu entgehen, muß man alle persönlichen Fähigkeiten zur Mehrung des Wohlstands einsetzen und diesen gleichmäßig verteilen, abzüglich des eigenen Existenzminimums. Dan hat man getan, was man konnte.
Das ergibt einen durchschnittlichen Wohlstand, der Opfer nur dort fordert, wo die Leistungsfähigkeit des Systems Erde überfordert ist.
Wenn Sie in diesem Existenzminimum volle Leistung erbringen und den Rest zur allgemeinen Verfügung stellen, dann glaube ich Ihren Ausführungen.
19.08.10 - 00:27
41. D.LINKE
40. BvG
Verteilung des individuellen* Nettovermögens
Verteilungskennwerte 2002 2007
Ärmste 10% -1,2 -1,6
10-20% 0,0 0,0
20-30% 0,0 0,0
30-40% 0,4 0,4
40-50% 1,3 1,2
50-60% 2,8 2,8
60-70% 7,0 6,0
70-80% 11,8 11,1
80-90% 19,0 19,0
Reichste 10% 57,9 61,1
* Personen in privaten Haushalten Deutschlands im Alter ab 17 Jahren. Anteil am Gesamtvermögen in Prozent. Quellen: SOEP; Berechnungen des DIW Berlin. DIW Berlin 2009
Quelle: http://www.spiegel.de/thema/vermoegensverteilung_deutschland/
So, Du kleiner Lampenputzer,
ich habe Deinem Geschwurbel wieder nichts abgewinnen können.
Aber wenn Du Deine Gerede ernst nimmst, dann mach mal konkrete Vorschläge, wie Du die oberen 10% der Bevölkerung, die über 60 %t des gesellschaftlichen Vermögens und damit auch über das wesentliche Eigentum an den Produktionsmitteln verfügt dazu bringen kannst, soviel von ihrem Reichtum abzugeben, dass die unteren 70 %, die über ein jährliches Durchschnittseinkommen von unter 20.000 Euro verfügen und nichts aber auch garnichts einsparen können, denen es nur fehlt, deren “Existenzminimum gesichert werden kann”, selbst wenn die siebte und achte Dezile noch zu Hilfe käme?
Dein Satz
“Ohne Wohlstand sterben Menschen und man ist gezwungen zu entscheiden, welche Menschen wegen mangelnden Wohlstands sterben müssen.”
ist an Unsinnigkeit angesichts der gesellschaftlichen Realitäten nicht zu überbieten:
Nicht “man” ist “gezwungen zu entscheiden , welche Menschen wegen mangelnden Wohlstands sterben müssen”, sondern maximal 10% der Weltbevölkerung, die herrschjende Klasse, tun dies “freiwillig” für die Mehrheit der Weltbevölkerung.
Schlaf weiter!
19.08.10 - 10:49
42. D.LINKE
Korrektur zu # 41. D.LINKE:
…, selbst wenn die ACHTE und NEUNTE Dezile noch zu Hilfe käme?
19.08.10 - 11:10
43. BvG
@DL
Ja, das ist ja nichts anderes als das, was ich gesagt habe. So sind die Realitäten.
Ich gehöre nicht zu den Reichsten, und so bin ich gezwungen, mich für die zu entscheiden, die mir nahestehen und zuzulassen, daß andere nicht am Wohlstand teilhaben.
Ihre Empörung richten Sie bitte gegen die, die mehr tun können als ich. Die Skala der Einkommen ist ja ein schöner Gradmesser für die Glaubwürdigkeit, obwohl es da auch einige gibt, die mehr tun als Sie oder ich, einfach deshalb, weil sie es können.
19.08.10 - 11:52
44. BvG
@DL
..und übrigens bezüglich Lampenputzer:
Kaum ist die Revoluzz’ geschafft,
wird wieder alles angeschafft:
Lampen, Sessel und Paläste,
schmucke Zimmer für die Gäste,
und man hat auch wieder gern,
eine schmucke Gaslatern’ !
19.08.10 - 17:59
45. BvG
@DL
Im Ernst, DL, diesen Quark mit der Revolution kann man abhaken, denn es nutzt nichts, dieselben Rollen nur immer wieder mit anderen Dilettanten zu besetzen und für den Ehrgeiz Einzelner die Werte zu zerschlagen, die letztlich ja durch die Ärmsten hervorgebracht wurden.
Das Lied von E.Mühsam ist eine alberne, undurchdachte Attacke gegen die Bedachtsamen.
Ehrlich gesagt habe ich die Schaumschläger satt, die bloß die Beseitigung von Herrschaft im Sinne haben, aber hernach ohne Alternative dastehen und in der Folge viel schlimmere Herrschaften errichten.
Dann schon lieber Lampenputzer. Auch Revoluzzer brauchen Laternen, wenn Sie, revolutionsbesoffen, den Weg nach Hause suchen. So langsam habe ich den Eindruck, dass der ganze Kapitalisten/Marxisten Quatsch nur auf dem Rücken der Tätigen ausgetragen wird.
19.08.10 - 21:23
46. Abraham
BVG/D.Linke
Welche Schlacht von Gestern ficht Ihr hier aus? Wollt ihr die Revisinismusdebatte zwischen Karl Kautsky und Eduard Bernstein widerholen?
20.08.10 - 14:49
47. BvG
@abraham
Wir haben nur das Thema verfehlt, aber es ist ja bei der SPD auch schon vom Tisch.
20.08.10 - 15:01
48. D.Linke
46. Abraham
Lieber Abraham,
Mit BvG da wurde noch nie etwas ausgefochten. Eine mögliche Diskussion zum Thema “Allgemeines Äquivalent” die BvG nur als Schaumschlägerer erscheint, hat wie gesagt dort
http://www.freitag.de/community/blogs/michael-jaeger/0-die-andere-gesellschaft-gliederung-in-kapitel-und-tagebuch
schon angefangen. Da kann man auch den ein oder anderen alten Kämpen treffen
Ansonsten sollen doch Kautsky und Bernstein hier selbst schreiben :-)
20.08.10 - 20:08
49. BvG
@DL
Schon wieder diese “linke Tour”, die alles Linke diskreditiert?
Ich habe nicht die Diskussion über das “Allgemeines Äquivalent” als Schaumschlägerei bezeichnet, sondern das blinde und unreflektierte Zerschlagen von Herrschaftstrukturen, die man nicht in der Lage ist, durchdacht und demokratisch zu ersetzen.
Diesen Strauß haben Sie stets vermieden auszufechten, Sie alter Bursche.
Bislang haben alle Revoluzzer nur die Peitsche durch die Knute ersetzt, und diejenigen, die Herrenhäuser gestürmt haben, haben allzubald selbst darin residiert. Ihre Arroganz ist also fehl am Platze und die Backen brauchen Sie nicht aufzublasen.
Wenn alle Versuche, die Theorie von Marx umzusetzen so kläglich das Gegenteil erreichen, stimmt entweder an der Theorie oder an deren Umsetzern was nicht.
20.08.10 - 20:56
50. D.Linke
@49. BvG
Lies doch bitte Deinen eigenen Quatsch – was Dich aber auch nicht davon abhalten wird hier nur alles zu verquirrlen:
Du warst es, der von den “Schaumschlägern” gesprochen hat, die das Ende der Herrschaft “im Sinne hätten” – so wie Schurken etwas im Sinn haben oder wie? -.In unserem Zusammenhang war dieses von Dir netter Weise “Schaumschlägerei” genannte Denken, marxistisch. Das bezeichnest Du dann kurzerhand als “Quatsch“, der bezüglich “Kapitalisten/Marxisten” im Namen des Marxismus gesagt würde. Was Du sonst von Marxisten hältst hast Du oft genug, blind ideologisch gesagt, ohne natürlich es auch nur einmal belegen zu können, aber das würde ja theoriegestütztes Denken erfordern.
Da Du mit der marxistischen Theorie etwa so vertraut bist, wie ein Automechaniker mit der Herzchirurgie, solltest Du auch nicht versuchen am offenen Herzen zu operieren. Was ich hier als Diskussion über das “allgemeine Äuquivalent” abkürzend titulierte, war das Ausgangsroblem, dass Geld im Kapitalismus zu Kapital wird. Hier liegt das Elend des Kapitalismus begraben (vgl. oben meine Marxzitate aus den Grundrissen), das nicht durch eine “allgemeine” Umerteilung des Geldes einfach geheilt werden kann, wie Du eingangs des Blogs irrend behauptetest. Dies Dinge, die sich Dir, aus welchen Gründen auch immer, jedem eigenen Denken wohl entziehen. Statt dessen immer wieder die üblichen Versatzstücke aus dem bürgerlichen Schauerkabinett der Antilinken.
Im übrigen bist Du derjenige, der sich hier als Mühsams Revoluzzer (= Reformer) bezeichnenen lassen könnte. Eine ernsthafte Diskussion würde sich mit dem Moment der Revolution beschäftigen, von der Du Schlaumeier schon wieder weist, dass es sie nicht geben wird und wenn doch dann sei sie schlecht, überflüssig und ungerechtfertigt. In der tat Kautsky und Bernstein haben darüber auch schon geredet. Wie es scheint sind BvG und die deutsche Sozialdemokratie heute auch noch nicht viel weiter.
20.08.10 - 21:51
51. BvG
@DL
1. Hören Sie doch endlich mit dem “belegen Sie” Blödsinn auf.
Ich muß nichts belegen, ich sage, was ich denke, Irrtum inbegriffen.
Wenn es Sie danach verlangt, andere Autoren zu heranzuziehen, bitte, aber es vermindert den Eindruck, sie dächten selbst.
Ich denke noch selbst und brauche keine Gedankenlenker. Wenn Sie solche brauchen, nutzen Sie diese, aber halten Sie damit hinterm Berg. Ihre Äusserungen werden nicht gewichtiger, wenn sie von Anderen stammen.
2. Diesen marxistischen Popanz habe ich auch schon über, er wird von Ihnen geradezu religiös angewendet. Die Marx’schen Erkenntnisse über das Kapital sind für mich nachgerade trivial.Ich weiß nicht, warum daraus so ein Bohei gemacht wird.
3. Bezüglich E.Mühsam: Erst bezeichnen Sie mich als “Lampenputzer”, dann als “Revoluzzer”. Ordnen Sie Ihre Gedanken!
4. Die Phantasie vom “revolutionären Moment” oder, den “vorrevolutionären Bedingungen”, ist nurmehr antiquiert.
Diese Überlegungen finden längst schon in den mittleren Etagen des Kapitalismus statt. Zu danken ist dies den moderaten Kräften, nicht den radikalen. Wiederholt: Es gibt derzeit kein anderes System als das kapitalistische und es ist kein anderes in Sicht. Solange dies so ist, gilt es, das bestehende zu verbessern. Sobald ein anderes in Sicht ist, stehe ich dem nicht entgegen.
Die moderaten Kräfte sind zwar abgeschliffen und korrumpiert, aber sie sind weitergekommen, als die kompromisslosen Linken.
Vielleicht haben diese ihre Reinheit für das gemeinsame Ziel aufgegeben, die anderen nicht. Die Frage ist, was mutiger ist.
20.08.10 - 22:50
52. D.Linke
@ 51. BvG
Na ja, wenn das so einfach ist, dann ist ja gut.
20.08.10 - 23:25
53. D.Linke
P.S. @ BvG
Bitte bei Mühsam im Text genau nachlesen:
Der Revoluzzer ist der Lampenputzer
Falls es Verständnisprobleme dabei gibt, dort:
http://www.graswurzel.net/235/concert.shtml
könnnte dem abgeholfen werden
20.08.10 - 23:30
54. BvG
@Dl
Och nö, jetzt aber nicht so billig herausreden.
Im Text wird der Lampenputzer als butterweicher, bürgerlicher Scheinrevoluzzer verspottet.
Aber,auf den Punkt gebracht: Eine Revolution, die das Erreichte bloss abschafft, ohne es zu würdigen, ggf. zu bewahren und aus ihm zu lernen ist ahistorisch. Sie sucht nur einen subjektiven (willkürlichen?) Neuanfang und verrät die eigene Ideologie.
Ihren Verweis (Link) habe ich nicht gelesen. Ich erwarte, daß Sie selbst anhand der Originaltexte argumentieren.
21.08.10 - 00:11
55. D.Linke
Erich Mühsam: Der Revoluzzer
Der deutschen Sozialdemokratie und BvG gewidmet
War einmal ein Revoluzzer,
Im Zivilstand Lampenputzer;
Ging im Revoluzzerschritt
Mit den Revoluzzern mit.
Und er schrie: ‘Ich revolüzze!’
Und die Revoluzzermütze
Schob er auf das linke Ohr,
Kam sich höchst gefährlich vor.
Doch die Revoluzzer schritten
Mitten in der Straßen Mitten,
Wo er sonst unverdrutzt
Alle Gaslaternen putzt.
Sie vom Boden zu entfernen,
Rupft man die Gaslaternen
Aus dem Straßenpflaster aus,
Zwecks des Barrikadenbaus.
Aber unser Revoluzzer Schrie:
‘Ich bin der Lampenputzer
Diesen guten Leuchtelichts.
Bitte, bitte, tut ihm nichts!
Wenn wir ihn’ das Licht ausdrehen,
Kann kein Bürger nichts mehr sehen,
Laßt die Lampen stehen, ich bitt!
Denn sonst spiel ich nicht mehr mit!’
Doch die Revoluzzer lachten,
Und die Gaslaternen krachten,
Und der Lampenputzer schlich
Fort und weinte bitterlich.
Dann ist er zu Haus geblieben
Und hat dort ein Buch geschrieben:
Nämlich wie man revoluzzt
Und dabei noch Lampen putzt.
21.08.10 - 08:56
56. BvG
Für diese schöne Kopierleistung erhalten Sie schonmal ein Sternchen.
Interpretieren Sie nun diesen Text …
Abschreiben und bei Wiki lunsen ist verboten.
21.08.10 - 10:32
57. D.Linke
Interpretation:
Wenn Du in Müsahms Gedicht
für “Lampenpuzzer”, bzw. “Revoluzzer”, “Bvg” einsetzt,
für “Lampen” “Gaslichter” “Leuchtelicht” u.ä.,”Kapital” einsetzt,
dann hast Du Deine eigene Geschichte, wie Du Sie hier im Blog selbst dokumentiert hast vor Augen.
Allerdings scheinst Du das nicht zu erkennen.
Also noch mal ganz einfach: Dein Wunsch nach Reform des Kapitalismus durch einfache Umverteilung ohne Abschaffung dessen, was “Kapital” im marx`schen Sinne ist und dessen wofür es herschaftsmässig steht, ruht auf alten tönerenen Füßen.
Wie der historisch dann nur als Revolution zu bezeichendende Umbruch, Systemwechsel aussehen wird, ist nicht ausgemacht. Mit deiner pathetischen Malerei blutiger Revolution, die da von links käme, angedroht würde und die, die Lampenputzerbrigade verhindern wollte, liegst Du im ideologisch spekulativen Niemandsland der Geschichte.
Diese Zusammenhänge können aber nur innerhalb eines Mindestrahmens politischer und ökonomischer Argumentation mit einem Mindestniveau theoretisch kategorialer Präszison geführt werden.
Da Du Dich allenfalls auf umgangsprachlichem Niveau nur auf Deine Meinung berufst, die Du nicht zu belegen bräuchtest, die daher nur als Allerrweltsparole bürgerlicher Ideologie daherkommt, erscheint jede Diskussion mit Dir sinnlos.
Du akklamierst Dein Recht auf Irrtum. Das sei Dir zugestanden. Sobald Du Deinen Irrtum hier aber öffentlich machst, mußt Du es auch erstragen können, dass man ihn Dir öffentlich aufweist. Sich das zu verbitten, wie Du es tust, ist lächerlich. Ein Blog ist ein öffentliches Diskussionsforum, keine Selbstdarstellungsbühne mit Exklusivrechten im sonst leeren Raum.
Falls Du nur Bestätigung für Dich selbst suchst, ertragen kannst, rede im Zweifelsfall nur mit Dir selbst. Dazu braucht es keines Blogs.
21.08.10 - 11:59
58. BvG
Na, die Beschreibung der Revolution als gewaltsames Vorgehen haben Sie ja mit dem Lampenputzerlied hier eingebracht. Der Interpretation folgend wären Sie dann ein Revoluzzer, der Gaslaternen umreißt?
Im übrigen hat es überhaupt nichts mit Ihrem festgefügten Feindbild des “Bürgerlichen” zu tun, wenn man sich weigert, ein ganzes System umzubrechen und damit noch weit mehr Menschen in’s Elend zu stürzen, nur um dann festzustellen, daß die Umbrecher gar nicht wissen, was sie wollen.
Ich habe auch nichts gegen Kritik, ich habe nur was dagegen, wenn sie bloss aus dem Kopieren und Zitieren irgendwelcher Textstellen besteht. Wie Sie richtig bemerken, ist dies ein Diskussionsforum, keine Magisterarbeit.
21.08.10 - 13:47
59. BvG
Im übrigen haben Sie mich mal wieder in alter Manier in die Ecke gedrängt, in der Sie so gerne Ihren Gegner suchen.
Ich habe hier nicht eine Reform des Kapitalismus gefordert.
21.08.10 - 20:23
60. D.Linke
@ 60. BvG schrieb:
Ich habe hier nicht eine Reform des Kapitalismus gefordert.
Und was sind dann DEine Vorschläge in Deinen Kommentaren # 8, 12, 14, 15 und 17?
22.08.10 - 00:29
61. D.Linke
@ 58. BvG schrieb:
“Wie Sie richtig bemerken, ist dies ein Diskussionsforum, keine Magisterarbeit.”
Diskussion
Eine Diskussion (Erörterung, Zwiegespräch) ist ein Gespräch zwischen zwei oder mehreren Diskutanten, in dem meist über ein oder mehrere bestimmte Themen gesprochen (diskutiert) wird, wobei jede Seite ihre Argumente vorträgt. Als solche ist sie Teil zwischenmenschlicher Kommunikation.
Quelle:wikipedia (Kann man nehmen!)
Argument
Argument (lat. argumentum) heißt ein Gedanke dessen Wahrheit geprüft und durch die Praxis bewiesen ist und der deshalb zur Begründung der Wahrheit oder der Falschheit eines anderen Satzes angeführt werden kann.
Das Argument ist Bestandteil jeder Beweisführung. Als Argument kann man u. a. Axiome verwenden, die in einem betrachteten System gebräuchlich sind, sowie Definitionen und Urteile über sicher bekannte Tatsachen.
Als Argument darf kein Gedanke angeführt werden, in dem ein Verstoß gegen die Gesetze und Regeln der Logik enthalten ist. Mit falschen Argumenten kann man in der Regel keine These begründen.
Typische Verstöße gegen diese Forderung sind die in der Logik bekannten Fehler error fundamentalis und petitio principii.
In Beweisen müssen die Argumente ein zureichender Grund der These sein. Ein Verstoß gegen diese Regel stellen die oft in falschen Beweisführungen anzutreffenden Fehler non sequitur und a dicto secundum quid disctum simpliciter dar.
Außerdem müssen die Argumente Gedanken sein, deren Wahrheit selbständig, unabhängig von der These bewiesen ist. Ein Verstoß gegen diese Regel ist ein logischer Fehler, der circulus vitiosus.
Die Argumentationstheorie ist in vielfacher Weise mit der Kommunikationstheorie und Dialoglogik verknüpft.
Quelle: http://www.phillex.de/argument.htm
22.08.10 - 00:34
62. BvG
@DL
1. Zentraler Begriff im Beitrag von phillex.de ist die “Beweisführung”.
Da es aber hier um einen Meinungsaustausch geht, in dem es nichts zu beweisen gibt, ist die Passage nicht treffend.
“Heute ist schönes Wetter.”
mit der Frage antwortet:
“Woran machen Sie das fest? In wievielen Fällen ist in der (meteorologischen, aber auch sonstigen) Literatur ist ein gleiches Wetter beschrieben und auch gleichzeitig als schön bewertet worden? Nennen Sie mindestens drei Textstellen, an denen Ihre heutige Behauptung belegt werden kann.”
22.08.10 - 09:06
63. BvG
Nun ja, von diesem unfruchtbaren Geplänkel zurück zum Thema:
Ich denke, daß viele im Alter gar nicht aufhören wollen zu arbeiten, wenn es nicht der gesundheitliche Zustand fordert. Oft genug hat man gehört oder sich selbst darüber geärgert, daß Routine und Erfahrung nicht genutzt werden. Zudem sind eine gemischte Altersstruktur und Kompetenzverteilungen innerhalb von Arbeitsgruppen wichtig für den Erfolg. Zu alledem kommt auch ein Recht auf Teilhabe, das nicht einfach ausgeblendet werden darf.
Ich denke, trotz des erworbenen Rechts auf Schonung muß das Recht auf Arbeit bestehen bleiben.
22.08.10 - 21:48
64. D.LINKE
@ BvG
1) Der “zentrale Begriff” ist nicht “Beweisführung”, sondern “Argument”
Deinen Postings mangelt es grundsätzlich an Argumenten, da sie nur aus, mir immer sehr setsam erscheinenden Behauptungen bestehen, die dann noch ohne jedes nachvollziehbare Argument daher kommen (s. Begriffsbestimmung “Diskussion”).
Ob dann am Ende etwas “bewiesen” werden kann, ist erst im Lichte der Argumente, der geführetn Diskussion entscheidbar. Eine Diskussion muß dabei nicht unbedingt zum Beweis von irgendetwas führen, gewisse Dinge können sich im Licht der Argumente so oder so oder auch als unentscheidbar zum jeweiligen Zeitpunkt darstellen, nachdem argumentativ diskutiert wurde.
Fazit: Keine Diskussion ohne Argumente. Keine Argument ohne Diskussion derselben.
Dir fehlen Argumente lieber BvG. Von Beweisen, war noch gar nicht die Rede. Wenn ich bloß behauptende Sätze von Dir lese, wie “Ich denke, daß viele im Alter gar nicht aufhören wollen zu arbeiten, wenn es nicht der gesundheitliche Zustand fordert.”, scheint mir dagegen, dass Dir schon immer alles bewiesen ist, bevor überhaupt argumentiert wurde.
Einen Meinung, als Was Du Deinen Kommentare ja immer ausgibst ist kein Argument, sondern allenfalls eine Behauptung. Da Du diese verteidigen willst, warum sonst sie hier äußern, muß Du sie begründen können. Ansonsten wirst Du hier nur Selbstmonologe führen können.
2) Ich denke, trotz des erworbenen Rechts auf Schonung muß das Recht auf Arbeit bestehen bleiben.
Wider so ein toller unüberlegter, bloß behauptender Satz, BvG. Richtig ist:
Die Rente mit 67 stellt nicht das Recht auf Arbeit in Frage, sondern, sie ist eine Arbeitsverpflichtung, die mangels Arbeitsplätzen für Arbeitnehmer vom Arbeitnehmer mit Rentenkürzung bezahlt wird – er erhält nämlich im Falle dass er dein ominöses “Recht auf Schonung” sich nimmt kein Arbeitsentgelt, trotzdem, genauer deswegen, aber Rentenkürzung -, während Arbeitgeber nur profitieren.
Da hast Du Deine “allgemeine” Umverteilung in praxi!
23.08.10 - 11:04
65. BvG
@DL
Mit der Definition des Arguments, die von phillex hier eingebracht wurde, werden Sie allerdings auch erhebliche Schwierigkeiten bekommen, denn wo enthielte denn die Theorie, die Sie stets bemühen, ” Gedanken deren Wahrheit geprüft und durch die Praxis bewiesen” worden sind, sobald die Diskussion nach Lösungen fragt?
Im Übrigen ist der zentrale Begriff “Beweisführung”, dem das Argument als Mittel untergeordnet ist.
Eine allgemeinen Unkenntnis bezüglich des Themas muss ich auch nicht abhelfen, dazu hat ja jeder seinen PC vor der Nase und kann sich informieren, wenn er die aktuelle Situation nicht vor Augen hat.
Ihre übrigen “Argumente” sind kaum dikussionswürdig, da Sie den Zusammenhang, den ich hier geschildert habe, überhaupt nicht betrachten.
Ihr letztes Argument ist schon etwas kindisch: Natürlich stellt die Rente mit 67 nicht das Recht auf Arbeit in Frage, die Rente an sich tut das.
23.08.10 - 13:08
66. BvG
Außerdem werfen Sie völlig willkürlich meine Argumente mit denen der Politiker in einen Topf.
Sie haben überhaupt nicht mitgekriegt, daß ich den Vorschlag der Politiker überhaupt nicht unterstüzte oder auch bloss besprochen habe.
Deshalb ist es nicht “meine Umverteilung”.
Zur Diskussion gehört auch, die Argumente suaber zu trennen, und nciht einfach alles zusammenzurühren, bis es in das Feindbild passt.
23.08.10 - 13:29